Glück & Zeit

Das Glück nimmt sich mehr Zeit für uns, wenn wir ihm mehr Zeit geben

Ist unser Glück abhängig von dem Fund eines vierblättrigen Kleeblatts? Oder ist es mehr Glück, sich die Zeit genommen zu haben, um diese Schönheit der Natur entdeckt zu haben?

Zeit, ein dehnbarer Begriff. Dehnbar nach hinten und nach Vorne hinaus. Wofür habe ich mir die Zeit genommen und wofür vertrödelt? Wofür werde ich mir Zeit nehmen und wofür werde ich keine Zeit mehr verschwenden?

Ich persönlich befinde mich gerade in einer Zeit, wo mir vieles unter den Fingern juckt und machen möchte, ich mich aber selbst ausbremse. Ich verschwende häufig Zeit, in der ich so viel anderes tun könnte, aber mir die Zeit unter den Fingern wegrennt und ich mich am Ende des Tages frage, was ich eigentlich produktives getan habe?

Hat die Zeit etwas mit Glück zu tun? Ich denke schon. Wenn ich mir die Zeit nehme für mich selbst, für meine Mitmenschen, für Projekte, die ich starten möchte, für kleine Auszeiten, für meine Gesundheit, und für all die Dinge, die mir am Herzen liegen, kann ich hinterher glücklich sein. Glücklich sein darüber, dass ich mir die Zeit genommen habe und etwas erreicht oder bewegt habe.

Zeit und Glück liegen so nah beieinander und bewirken soviel in uns, dass wir uns genau überlegen müssen, mit wem und wann wir sie teilen wollen. Dabei sollte man sich nicht außer Acht lassen. Nehmt euch Zeit für die Schönen und Wichtigen im Leben, schafft einen gesunden Ausgleich und macht euch und euer Umfeld glücklich. Verschenkt Zeit an euch und eure Mitmenschen. Die Zeit holt euch niemand mehr zurück. Was gewesen ist, ist gewesen. Finde heraus, was dir wirklich wichtig ist und wo für dich die Zeit mit dem Glück sehr nah beieinander liegen.

Dezember

Kaum ein anderer Monat bietet so eine große Vielfalt wie der Monat Dezember. In keinem anderen Monat des Jahres macht man sich so viele Gedanken und nutzt die ganze Bandbreite des Dekorierens, des Schenkens, der Freude, der Gemütlichkeit, des Beisammenseins. Man überlegt, wem man mit was eine Freude bereiten kann. Welches Geschenk passt und wie berühre ich damit sein Herz und zeige ihm, wie gerne ich ihn habe. Was mache ich besonderes zu essen, damit es allen schmeckt. Ist die Familie an Weihnachten zusammen und genießen wir das Beisammensein. In Familien mit Kindern wird sich sehr viel mehr Zeit genommen um Geschichten vorzulesen. Es werden Weihnachtsfilme zusammen geschaut.

Emotionen haben soviel Platz wie in keinem anderen Monat. Von Traurigkeit, weil man einen lieben Menschen nicht um sich hat in diesem besonderen Monat bis hin zur Freude, die wir selber verspüren und weitergeben. Wieviele Überlegungen und Gedanken stecken in einem selbst, um all das umzusetzen. Da wird immer davon geredet, dass man mehr Zeit haben sollte für die Familie. Zeit haben für Advent und Weihnachten. Aber sind wir doch mal ehrlich: ist das nicht auch Zeit, die wir uns nehmen? Zeit haben für all die Gedanken, Zeit für Freude, Zeit für gemeinsame Stunden? Denken wir in einem anderen Monat soviel darüber nach? Ich glaube nicht. Unser ganzes Potenzial läuft in diesen einen Monat. Ich nehme mir die Zeit, lieb gewonnenen Menschen eine Freude zu bereiten. Ich nehme mir die Zeit Plätzchen zu backen. Ich nehme mir die Zeit der Adventssontage. Ach,und eh ich es vergesse, für Nikolaus nehme ich mir auch Zeit. Ich nehme mir Zeit um vielleicht einen Weihnachtsgruß zu versenden. Die einen basteln einen Adventskalender oder überlegen was kann ich in all die 24 Beutelchen füllen. Die anderen kaufen einen Adventskalender und haben sich Gedanken gemacht, welches der richtige ist. Arbeitskollegen, Freunde, Nachbarn sind oft Menschen, die zusätzlich zur Familie mit einer Kleinigkeit überrascht werden. Das sind Dinge, für die wir ganz viel Zeit verwenden und schenken. In keinem anderen Monat des Jahres, geschehen all diese wunderbaren Dinge in dem Ausmaß. Es ist gerade so, als ob man ein ganzes Jahr wett machen möchte. Ich finde den Monat Dezember wunderbar, weil ich soviel von meiner Zeit, meinen Gedanken und meiner Freude an andere weitergeben kann.

Krebs hat mehrere Gesichter Teil 2

1Woche später:

Inzwischen ereilte uns schon wieder aus dem Freundeskreis eine Nachricht, die mit Krebs zu tun hat. Es ist auch nich nicht lange her, dass seine Frau eine heftige Op im Gesicht hatte, weil ein Melanom bösartig war und nun muss auch er nochmal unters Messer um ein Melanom entfernen zu lassen. Es war Gott sei Dank rechtzeitig und hat nicht gestreut. Und im Moment gehen die Gedanken zu meinem Schwiegerpapa, bei dem es auch schon eine Op gegeben hat, wo es dankbarer weise positiv ausging. Aber Leute jetzt mal ernsthaft: ist das noch normal? Wo soll man mit all dieser Gefühlswelt denn hin? Wieder stehe ich vor der Familie und möchte Ihnen gar nicht sagen, dass es eine neue Diagnose gibt. Es ist zu viel des Guten. Und dennoch geht das Leben weiter. Mir begegnete vor kurzem ein Satz, den eine liebe Freundin von ihrem Psychonkologen bekommen hat: Du darfst Mitleid haben aber nicht mitleiden! Den Satz finde ich super und werde ihn mir hinter die Ohren schreiben. Aber einfach ist es nicht.

Für mich ist auch wichtig, nicht nur den Krebspatienten selber Unterstützung und Rückhalt zu geben. Sondern mir sind auch die Partner, Kinder und Eltern wichtig. Jeder einzelne von ihnen lebt in dieser Krankheit mit. Man kann den Schmerz, die Behandlungen und Gedanken des Patienten nicht abnehmen und das kann zermürben. Auch sie wenden Kraft auf um seinem Partner/in Mama/Papa beizustehen. Auch sie haben ihre Gedanken und Ängste. Und auch sie brauchen den Rückhalt und empathische Menschen um sich. Zuhören ist mit das Wichtigste, was man verschenken kann und somit Unterstützung bietet. Es müssen nicht immer Worte sein, die man als Antwort parat hat. Ein offenes Ohr und eine Handreichung sind soviel mehr wert! Nehmt euch die Zeit- wer weiß wie lange sie uns allen bleibt! Gebt acht auf euch und geht sorgsam mit euch um.

Krebs hat mehrere Gesichter Teil 1

Ich habe lange überlegt, ob ich über die gemeine Krankheit Krebs überhaupt schreiben möchte. Es gibt so viele Blogger, die aufgrund ihrer Krebserkrankung davon berichten und ihre Gefühle, Sorgen und Ängste, aber auch den Krankheitsverlauf niederschreiben. Warum sollte ich also auch davon schreiben, zumal ich selbst- Gott sei Dank- diesem Krebs nicht täglich die Kämpferfront bieten muss? Dennoch setze ich mich täglich mit dieser Krankheit auseinander. Jeden vedammten Tag!!! Mal kämpferisch, mal sentimental, mal empathisch. Wie ist das möglich? Meine Sis ( meine Follower wissen wovon ich rede) ist daran erkrankt, mein Daddy und eine enge Freundin ebenfalls. Und eigentlich hört man wöchentlich von irgendjemanden, der daran erkrankt ist. Auch ich folge dem ein oder anderen Blogger, die davon berichten. Schaut mal rein bei der lieben Mairose42.de oder bei der lieben Prinzessin_uffm_bersch.de oder bei weg_ins_leben_2.0.de, die sogar ein Buch geschrieben und veröffentlicht hat. „ Rock den Himmel mein Held“- ein sehr lesenswertes Buch, was schonungslos erzählt, was erlebt wurde. Das sind nur einige wenige Menschen, die sich tagtäglich damit auseinandersetzen müssen.

Ich aber möchte euch davon erzählen, wie ich damit umgehe und was in mir vorgeht. Als ich damals die Nachricht von meiner Sis erhielt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist, hatte man schon das Gefühl, dass es einem den Boden unter den Füßen wegzieht. Und das tut es eigentlich auch mit jeder neuen Diagnose, die negativ ausfällt. Dieses Hoffen und Bangen, dieses Wechselbad der Gefühle macht soviel mit einem, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Schließlich setze ich mich ja auch nicht alleine damit auseinander. Meine Familie trägt es genauso mit. Wie sage ich es diesmal meinem Mann und den Kindern? Es ist ja nicht so, als ob es das erste mal wäre, dass wir solche Nachrichten bekommen, von Menschen, die tief in unserem Herzen verwurzelt sind.

Ich bin ein überaus optimistisch denkender Mensch und glaube und hoffe immer und immer wieder, dass sich alles zum positiven wendet. Aber was bitte ist daran positiv, wenn man „nicht heilbar“ hört? Nichts, rein gar nichts! Und dennoch weiß ich, das meine Sis alles, verdammt nochmal alles daran setzt, diesen Prozess so weit wie möglich zu verschieben. Und ich versuche alles, aber wirklich alles zu tun, damit sie sich darin unterstützt fühlt. Ich höre ihr zu, wir lachen, weinen, reden, feiern und schweigen zusammen. Es ergibt sich von selbst, was gerade an Gefühlen seinen freien Lauf braucht und wie wir es gemeinsam handhaben. Dabei bedarf es keiner Worte. Wir wohnen einige 100km auseinander, aber die Termine für jede neue Untersuchung trage ich mit. Wenn sie nach Köln in die Klinik muss, versuche ich diese Termine mit wahrzunehmen. Es ist ca die halbe Strecke zwischen uns. Und all die anderen Termine trage ich gedanklich mit. Es gibt Tage , da kann ich da sehr gut mit umgehen. Manchmal ist es ein Gefühl, als ob da gar keine Emotionen sind, ich fühle so nichts, so leer, so als wenn da garnichts ist außer ein gewöhnlicher Termin. Als wenn es schon zum täglichen Ablauf dazu gehört. Dann gibt es Situationen, die mache ich mit tiefem Herzen, weil ich nicht weiß, wie oft kann ich sie noch mit ihr erleben. Wie einen Sog nehme ich es mit, wenn wir gemeinsam ein Konzert besuchen. Im Leben, wo diese Krankheit nicht mitspielen würde, gäb es mit Sicherheit das ein oder andere Mal, wo ich aus finanzieller Sicht absagen würde. Jetzt aber nicht, weil die Zeit eine gewichtige Rolle spielt und ich zu 100% weiß, dass ich ihr nichts abschlagen kann. Es ist ihr verdammtes Leben. Natürlich weiß ich auch nicht, ob ich morgen, übermorgen noch lebe, weil ein Idiot auf der Straße nicht aufpasst, aber das kann ich nicht planen. Aber uns die Zeit geben, die wir haben und erleben möchten, dass kann ich planen. Mit ihr einfach nur da sitzen und ihr zuhören, ihr die Hand zu reichen und den Rücken stärken, damit die Kraft nicht ausgeht, ist mit das Wichtigste, was ich ihr geben kann. Genauso wichtig wie das Lachen über irgendwelche alberne Dinge. Und wehe wir werden losgelassen. Jeder weiß, wie wir zwei Lachen können! Ich möchte die Hälfte Lache , die zu mir gehört nicht vermissen. Ich brauch sie, genauso wie ein anderer die Luft zum Atmen braucht. Und doch weiß ich, dass es vergänglich ist. Und dann kommt diese Wut manchmal in mir hoch. Nur manchmal, aber wenn sie kommt, dann macht sie mich machtlos!