Baum des Lebens

Erst gestern ging ich wieder laufen, diesmal aber im Wald. Die meisten Laufstrecken habe ich bisher auf Asphalt abgelegt, weil sie größtenteils eben verlaufen. Bergauf ist da noch nicht so meins. Gestern zog es mich aber in den Wald, weil ich ausprobieren wollte, ob das für mein angeschlagenes Knie evt besser ist. Bergauf kann man schließlich auch gehen😉

Der Wald hat aber für mich noch ganz andere wertvolle Gedanken. Ich bin schon immer gerne im Wald spazieren gegangen. Die Ruhe, die ich da finde ist Balsam für meine Seele. Die Luft und der Geruch ist ganz eigener und ich kann nicht genug davon bekommen. Ich mag es über den Waldboden zu gehen, es fühlt sich leicht an und das knacken der Äste hörte ich schon als Kind gerne.

Bäume haben schon immer eine große Bedeutung für mich. Angefangen von den Wurzeln bis hin zur Baumkrone. Wo sind meine Wurzeln? Wie verzweigt und wie tief sind sie verankert? Geben mir die Wurzeln Halt oder werde ich aus dem Boden gerissen, wenn der nächste große Sturm zu nahen droht? Diese Fragen kann man sicherlich alle unterschiedlich beantworten. Es gibt für mich sowohl Wurzeln, die mir sehr viel Halt geben und welche die mehr oben auf liegen. Die oberen Wurzeln haben noch die Chance sich tiefer zu verwurzeln. Vielleicht schützen sie auch einfach nur die tieferliegenden Wurzeln.

Der Stamm ist der meine. Jeder Jahresring mehr kräftigt den Stamm. An einigen Stellen ist er bemoost, das ist sicherlich die weiche Seite an mir. An die kann sich jeder anlehnen und ein Stück Wärme abholen. Berühre es und du wirst sehen, wie gut es dir tut. Aber verletze es nicht und ruppe nicht an ihr rum.

An einer anderen Stelle sieht es aus, als wollte sich dort ein Stück Ast durchbohren, hat es aber nicht ganz geschafft. Da sollte der Weg wohl nicht hinführen. Vielleicht ist es etwas was verarbeitet werden musste und nun zwar ein Teil von mir ist, aber nicht mehr an mir wachsen kann. Meine Jahresringe in gutem Holz gebettet und umgeben von einer Rinde, die ihre ganz eigene Maserung hat. Mit Vertiefungen, die Spuren hinterlassen haben, ganz gleich ob positiver oder negativer Art. Sie machen meinen Stamm aus- sie machen mich aus!

Viele Wege führen mich durch das Leben. Jeder Ast, der an mir wächst, erzählt seine ganz eigene Geschichte. Dicke wie dünne Äste, schwere und ganz leicht zerbrechliche Äste. Äste die direkt an meinem Stamm herangewachsen sind, sind meine Kinder. Sie wachsen und werfen neue Triebe um selbst nachher einem eigenen Baum das Leben zu schenken. Manche Äste tragen Früchte in Form vom satten grünen Blätterwerk und wieder andere setzen noch einen drauf mit wohlschmeckenden Früchten. Es ist das Leben. Wieviele Begegnungen und Verzweigungen gibt so ein Baum her? Wieviele Blätter und Früchte trägt so ein Baum? Das liegt doch ganz bei uns und unserem Lebenswerk. Wieviele Tiere fühlen sich heimisch in unserem Baum? Belasse es nicht bei dem Vogel, der singend in deinen Zweigen zwitschert. Es wäre zu einseitig. Gib der Eule einen Schattenplatz und dem Schmetterling ein grünes Blättchen. Lass die Raupe an dir knabbern, damit du lernst mit Dingen umzugehen, die dir nicht gut tun. Lass die Ameisen ihren Hügel neben dir bauen, damit du weißt, dass das Leben mit Arbeit und Emsigkeit verbunden ist.

Hänge eine Schaukel in deinen Baum, damit du die Leichtigkeit nicht verlernst und immer in Schwung bleibst. Gib anderen die Möglichkeit auf der Schaukel Platz zu nehmen, wenn ihnen das Leben übel mitspielt.

Dein ganzes Leben ist wie ein Baum. Gestalte ihn und gib ihm eine Wertschätzung. Fülle ihn mit Leben und hinterlasse Spuren. Und wenn uns eines Tages das Leben müde macht, lebt dieser Baum weiter. Und sollte sich ein Borkenkäfer Zutritt in einem Baum verschafft haben und ihn zernagen, dass die Blätter braun werden, dann ist es dennoch nicht das Ende. Das Holz wird benötigt für vielerlei Dinge in unserem täglichen Leben. Deine Erfahrungswerte und dein Leben wird benötigt für das was nach dir kommt. Deine Wurzeln sind gelegt und es ist etwas ganz besonderes entstanden:

EIN BAUM- DEIN BAUM

Werte anders kennen- und schätzen lernen

Vier Wochen sind vergangen, seid meinem letzten Blogbeitrag. Vor vier Wochen schrieb ich meine ersten Gedanken zu Corona auf. Wie ist ist es mir ergangen seid dem und hat sich meine Meinung dazu geändert?

Fangen wir damit an, wie es mir ergangen ist. Da ich im Schulwesen tätig bin, war ich natürlich auch sehr schnell von der Kurzarbeit betroffen, was mich aber zu Beginn nicht störte, weil ich mich in dieser Entschleunigungsphase wohl gefühlt habe. Entschleunigt nicht nur im Berufsleben, sondern auch im Alltag. Viel weniger Autofahrten, weniger Hetzerei von einem Termin zum nächsten. Ein paar wenige Verpflichtungen blieben, aber ich konnte sie mit viel mehr Gelassenheit und Ruhe ausführen. Im Laufe der Zeit habe ich mir Onlineschulungen und Podcasts für die berufliche Weiterbildung zu meinem Eigen gemacht. Nach wie vor arbeite ich mir Dinge aus, die ich nach Corona beruflich umsetzen möchte. Es ist jetzt die Zeit, für mich das zu nutzen, was ich später umsetzen kann. Worauf soll ich warten? Wenn das Leben erst wieder seinen normalen Gang geht, dann wird die Zeit dafür nicht sein. JETZT kann ich Konzepte ausarbeiten und vorlegen. JETZT kann ich Ansätze und Dinge ausarbeiten, um sie fertig vorzulegen und etwas in Bewegung bringen kann. Soviel zum Beruflichen.

Ganz persönlich/ privat habe ich die Zeit genutzt um für mich ein Ziel zu erreichen. Schon vor Corona war mein Vorsatz, ein paar Kilos abzunehmen und etwas fitter zu werden. Aller zwei bis drei Tage begann ich wieder mit dem Laufen. Mit fachlicher Beratung startete ich schon im Februar die ersten wenigen Kilometer zu trainieren. Gleichzeitig verzichtete ich auf Süßigkeiten- was ich oft auch in der Fastenzeit mache- und setzte mich per App auf 1400 kcal runter. Mein Durchhaltevermögen sollte bis heute schon mit knapp 6 kg weniger auf der Waage belohnt werden und meine Zeiten im Laufen werden auch immer besser. Mit fast 8min/ pro km habe ich angefangen und liege inzwischen bei 6:38 / km. Auch die Längenstrecke kann schon mal bis zu 7km betragen. Fazit: Zeit bestens genutzt.

Natürlich habe ich auch die ein oder andere Ecke gründlicher geputzt. Dazu, wo man im beruflichen Alltag nicht immer kommt oder auch gar keine Lust hat. Aber Lust hatte ich jetzt auch nicht immer- da musste ich schon manchmal den inneren Schweinehund überwinden. Zum Alltag gehörte natürlich auch der Einkauf, um den man ja irgendwann nicht herum kommt. Und da bin ich definitiv an meine Grenzen gestoßen. Ja, manchmal hat es mir schlechte Laune bereitet und es rollten dann auch mal Tränen. Es lag nicht daran, dass ich das ein oder andere Lebensmittel nicht ergattern konnte, sondern ich hatte viel mehr meine Probleme mit den unterschiedlichen Vorgehensweisen. Der eine Markt stellt schwarze Trennwände zwischen den Kassen auf, der andere reicht dir nichts mehr an und wieder andere nahmen nicht mal Bargeld an. Später kam dann hinzu, dass man nur noch mit Einkaufswagen in die noch offenen Geschäfte durfte. Alles im einzelnen betrachtet macht es Sinn und verstehe ich, aber ich konnte damit so spontan sehr schwer umgehen. Es hat mich emotional belastet und ich brauchte etwas Zeit um damit anders umzugehen. Warum das so war, kann ich nicht erklären, aber ich war für jeden Tag dankbar, wo ich nicht in irgendein Geschäft musste.

Ein weiterer Punkt, der mir etwas zu schaffen machte, aber mit dem ich definitiv nicht alleine war, betrifft die fehlenden soziale Kontakte. Durch Corona wurde mir einmal mehr bestätigt, dass ich kein Mensch bin, der auf Dauer alleine leben kann. Ich hatte Gott sei Dank einen Teil meiner Familie bei mir, aber die Sehnsucht nach dem anderen Teil war/ ist groß. Wenn man die eigene Tochter nicht im Krankenhaus besuchen darf , ist das schon ein großer Einschnitt. Arbeitskollegen und Freunde schienen alle so weit weg und das machte auch ein Anruf oder Videotelefonie nicht wett. Ebenso hat es mir gefehlt, jemanden in den Arm zu nehmen, wenn es ihm gerade nicht gut ging. Diese Gesten unterstreichen gesagte Worte und tun dem Menschen neben dir und mir einfach gut.

Auch meine Kinder sind sehr unterschiedlich mit Quarantäne und Verboten umgegangen. Es hat lange gedauert, bis sich alle darauf einlassen konnten und verstanden haben, um was es tatsächlich geht. Erschwert wurde dieses auch durch die unterschiedlichen Handhabungen in deren Berufsfeldern.

Von Nachrichten und Sprüchen im Internet, ebenso von den verschiedenen Meinungen, ob nun mehr hinter Corona steckt, als wir alle wissen und ganz besonders von irgendwelchen Verschwörungstheroien, habe ich mich ganz schnell distanziert. Diese hätten mich sonst ziemlich weit nach unten gezogen. Fakt war, dass wir nichts ändern konnten und es unsere Pflicht war, sorgsam für sich und den Nächsten damit umzugehen.

Haben sich durch meine Erlebnisse nun meine Gedanken zum letzten Blog geändert? NEIN, keineswegs! Ich stehe nach wie vor zu den Gedanken, die ich vor vier Wochen schrieb. Auch wenn ich keine Fotos sortiert habe, keine Briefe geschrieben habe und auch der Keller immer noch genauso aussieht wie vor vier Wochen. Das zeigt mir aber auch, wie leer vielleicht mein Akku war. Die Gesundheit des Körpers zu erhalten ist mit das Wichtigste. Das habe ich bis heute geschafft und bin dafür dankbar. In sofern war es eine Auszeit. Wünsche bleiben immer offen: gerne hätte ich meinem Herzensmann auch ein wenig Entschleunigung gegönnt und somit auch mehr Zeit für uns als Partner. Wir hatten die freien und ruhigen Ostertage und die mussten reichen. Dafür musste er aber auch nicht in Kurzarbeit gehen, was uns sonst noch mehr zurückwerfen würde. Längst sehe ich nicht mehr alles als selbstverständlich und schaue genauer hin, was für wertvolle Momente es gibt. Wir haben uns viel erschaffen durch unserer Hände Arbeit, aber wenn es Situationen verlangen, sind nicht mehr alle Dinge greifbar. Und genau deswegen halte ich mich an Vorgaben und schätze die Dinge wert, die ich jetzt gerade in diesem Moment nutzen kann.

Der größte Moment wird sein, wenn wir mit unseren Herzensmenschen wieder Arm in Arm durch die Welt gehen können, wenn ich Menschen nicht mehr nur mit Worten trösten kann und mir dessen bewusst bin, wieviel mehr Wert dahinter steckt.

Wenn es sowas wie eine Wiedergeburt gibt, dann….

… dann erlebe ich sie tatsächlich in meiner Sis. Eigentlich ist dieser Satz durch mehrere Sätze entstanden, die mal wieder gleich einher gingen im Gespräch zwischen meiner Sis und mir. Aber von vorne:

Meine Sis und ich hatten die wunderbare Möglichkeit uns anderthalb Woche an der Backe zu haben. Wie ihr sicher schon wisst, wohnen wir nicht am selben Ort, sondern es trennen uns gute 300 km. Und wie ihr auch wisst, sind wir keine leiblichen Geschwister und auch keine Geschwister die aus Stiefelternteile entstanden sind, sondern wir sind von Schulzeiten an best friends forever, wie man so schön sagt und nicht nur das, sondern sehr sehr seelenverwandt! Auf der Durchreise von ihrem Wohnort zu einer Hochzeit, hat sie kurzentschlossen einen Zwischenstopp bei mir eingelegt und noch kurzentschlossener sich dafür entschieden noch ein paar Tage zu verlängern um mich dann in der Folgewoche mit zu sich zu nehmen. Kleine, aber nicht unbedeutende Randbemerkung: ohne unsere Männer und Familie wäre das nicht möglich- sie kennen uns und unsere Verrücktheit und unterstreichen das alles insgesamt. Zurück zu unserer Woche: Ich wäre eh zu ihr gefahren, da wir- dank ihr- Karten für ein Kellykonzert hatten. Somit wurde aus dem eigentlich wirklich geplanten Konzert eine Auszeit für uns beide von anderthalb Wochen.

In diesen Tagen ist es uns extrem oft geschehen, dass wir dasselbe sagen wollten, dasselbe gesagt haben, dasselbe gedacht haben und Handlungen im Duett gleich durchgeführt wurden.

Wir waren uns dann heute morgen einig- etwas wurde vertauscht, oder wenn es sowas wie eine Wiedergeburt gibt, dann sind wir zwei dann doch zusammen geboren worden oder was auch immer. Es fühlt sich so einzigartig und so sicher an. Eine solche Verbindung wie wir sie haben ist nicht nur großartig, sondern unglaublich wertvoll und es durchströmt mein Herz mit Wärme. Es ist nicht nur, dass man den Anderen aus der Scheiße ziehen würde, wenn es nötig wäre;es ist nicht nur das man sich Rückhalt gewährt- nein- es ist viel mehr als das und ich kann es nicht mal in Worte fassen. Nicht einmal die Dankbarkeit, die ich dafür empfinde, lässt sich in Worte fassen.

Ich danke dennoch von ganzem Herzen, dass ich dass Glück für eine so tiefe Verbundenheit erleben darf. Verbundenheit in Familie, in Dasein füreinander und in einer ganz besonderen Wiedergeburt, wenn es sowas gibt….

Jahresrückblick / Jahresneubeginn

Am letzten Tag im alten Jahr nahm ich am größten Sylvesterlauf Deutschlands teil. Im Jahr zuvor ging ich als Wanderin an den Start und dieses Jahr packte mich der Ehrgeiz als Walkerin. Ich ging ganz unbefangen aber mit ein wenig Respekt an die Sache heran. Ich weiß, dass ich schnell gehen kann, auch ohne trainiert zu sein und deswegen wusste ich, dass ich die 15km schaffen werde. Es sind nicht die Ergebnisse am Ende für mich, die zählen, sondern es mitgemacht zu haben und am Ende anzukommen. Ist es nicht auch so, wenn wir unser Jahr Revue geschehen lassen? Manchmal habe ich mich gefragt, warum ich das mache. Möchte ich dem alten Jahr davon laufen? Lange habe ich darüber nachgedacht.

Es war ein Jahr, wo man sagt, es geht besser , sehr viel besser! Ein Jahr geprägt von vielen Nachrichten, die kein Mensch brauchte und leider dennoch in ihrem Leben integrieren müssen. Viele sehr nahestehende Menschen, die an Krebs erkrankt sind, der teilweise auch nicht heilbar ist. Man bekam fast den Eindruck, dass es ansteckend ist, weil immer wieder eine neue Schreckensnachricht dazu kam. Aber nicht nur Krebs hielt Einzug im Jahr 2019, auch eine Rheumaerkrankung und eine MS- Erkrankung bei ganz jungen Menschen. Menschen, die Op’s vor sich hatten und andere Erkrankungen, die einen verändern. Es gab Menschen unter uns, wo das Leben aus der Bahn läuft, wo um Existenz gekämpft werden muss, und ja sogar um Liebe gekämpft wird. Da sind Menschen unter uns, die beruflich nicht glücklich sind und / oder erfolglos auf der Strecke liegen bleiben mussten, trotz vieler Bemühungen. Es gab Menschen unter uns, die einen lieben Menschen verloren haben. Und wenn ich hier von Menschen rede, dann sind das nicht irgendwelche Menschen – NEIN- sie sind aus meiner Familie und aus meinem Freundeskreis und aus dem engsten Bekanntenkreis! Menschen mit denen ich jeden Tag zu tun habe und keinen davon missen möchte! Das waren sicherlich alles Geschehnisse, die ich in dem Jahr nicht gebraucht hätte und wo einem danach zumute ist, einfach nur davon zu laufen, auch wenn sich dadurch nichts ändert und die Gefahr besteht, dass man sich damit immer wieder auseinandersetzen muss. Aber es waren derer Nachrichten einfach zu viel im Jahr 2019.

Dennoch kann ich aber auch sagen, dass es richtig gute und dankbare Momente gab. Beruflich konnten sowohl ich, als auch mein Mann sagen, dass wir endlich angekommen sind. Wir fühlen uns sauwohl indem was wir tun, weil unsere Arbeit wertgeschätzt wird. Man quält sich nicht zur Arbeit und macht sie richtig gerne.

Ein weiteres persönliches Highlight war das Treffen mit meinen Geschwistern. Wir hatten ein tolles Wochenende zusammen in Hamburg. ( Siehe auch „Das Leben ist eine Reise wert“im Blog).

Auch in einem Blog verewigt, ist unser Adoptionsantrag, der noch 2019 unterzeichnet wurde und seinen Weg zum Gericht aufgenommen hat. Das wird uns auf jeden Fall im Jahr 2020 begleiten und hoffentlich auch zu einem positiven Highlight werden. Durch diese Adoption, wo meine Kinder sich von meinem Mann adoptieren lassen, spürt man die Stärke und Liebe einer Familie. Ich habe das wunderbare Glück, Familie als ein starkes Bindeglied zu erleben. Wir stehen füreinander ein und stärken uns den Rücken. Es darf auch mal gestritten werden ohne das deswegen die Liebe zu jedem einzelnen nachlässt. Wenn es darauf ankommt, stehen wir Gewehr bei Fuß. Niemand muss alleine gehen. Das sind wahrhaftig Glücksmomente.

In unserer Familie gab es neuen Erdenbürger- herzlich willkommen im Leben. Mögest du ein Leben voller Glück führen können und immer Menschen um dich haben, die dich dabei begleiten.

Ich durfte erfahren, wie wichtig und standhaft Freundschaften sein können. Das es ein Band dazwischen gibt, was durchhält und stärker ist als alles was man sich vorstellen kann. Das man zusammen lachen kann, feiern kann aber sich auch stützen kann. Nicht alle Freundschaften sehe ich jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat, aber ich weiß, dass auch sie ganz nah sind. Das bedeutet mir sehr viel und hat einen hohen Stellenwert bei mir und nehme als schönes Erlebnis aus dem Jahr 2019 mit.

Somit kann ich nun sagen, dass ich dem Jahr 2019 nicht weglaufe, sondern dem Jahr 2020 entgegenlaufen. Manches möchte ich gerne hinter mir lassen und anderes nehme ich wieder mit. Von Herzen wünschen ich allen ein gutes Jahr 2020. Bei allem was ihr vorhabt soll euch Liebe, Glück und Wertschätzung begleiten.

Gleich im neuen Jahr bin ich eine längere Wegstrecke gelaufen, bei herrlichem Sonnenschein und die Schönheit der Natur vor Augen. So darf es weitergehen. In diesem Sinne ein gutes Jahr 2020!

Das Geschenk der Freundschaft

Ich glaube ich könnte ein Buch über Freundschaften schreiben. Es gibt den Blog über Freundschaften, in dem ich über seelenverwandte Freundschaften schreibe und über Freundschaften, die die meisten von uns besitzen. Ich schrieb über wertvolle Momente, als ich mit zwei Freundinnen schöne Stunden verbrachte. Und gleich heute erlebte ich wieder dieses wunderbare Ergebnis einer längeren Freundschaft. Auch sie ist eine ehemalige Arbeitskollegin, die vor einigen Jahren nach Irland zog. Wir sind in Kontakt geblieben über die heutige Medienwelt. Heute war sie das erste Mal wieder in Deutschland und wir haben uns getroffen. Ich war so überwältigt davon, dass mir die Tränen liefen. Ich weiß, dass es jetzt wieder lange dauern wird bis wir uns real live sehen werden. Deswegen habe ich jeden Moment umso mehr genossen. Ich danke dir für diesen tollen Tag und die gemeinsamen Stunden.

Und in dem Moment, wo ich das hier schreibe, gehen mir so viele Freundschaften durch mein Herz. Die Freundin, die in direkter Nachbarschaft wohnt. Wieviele Runden gehen wir gemeinsam mit dem Hund und tauschen uns über Alltägliches aber auch über manche Probleme und Launen aus. Wir gehen mal frühstücken, mal auf eine Messe. Alles was uns das Leben bietet und ich weiß, dass sie mich nie im Regen stehen lassen würde. -Danke Dir von Herzen.- Eine andere Freundin, die mir in sehr schwerer Zeit durch das Leben geholfen hat und mit der es auch viele wertvolle Gespräche gegeben hat. Leider liegt es oft an der Zeit, dass wir uns nicht so oft treffen können. Aber der Moment als sie bei der Geburtstagsfeier meiner Tochter mit ihrer Tochter vorbei kam um kurz Hallo zu sagen und einige Momente sich zu unterhalten, zeigt mir, dass eine Verbundenheit vorhanden ist. -Danke auch euch.- Eine Arbeitskollegin, die sich auch zur Freundschaft entwickelt hat, brauchte viel Unterstützung. Ein Auf und Ab begleitet sie momentan im Leben. Wir haben uns getroffen und viele Gespräche ausgetauscht. -Auch dafür bin ich dankbar, weil man mir vertraut.- Mit einer langen Weggefährtin und Freundin treffe ich mich je nach Zeit aber dennoch regelmäßig um längere Strecken zu laufen. Meistens durch den Wald und abseits vom Stadtgeschehen. Wir haben Kinder im gleichen Alter und verstehen uns sehr gut, wenn es um alltägliche Sorgen geht. Wir sind da absolut auf einem Level und es tut immer wieder gut miteinander zu reden. -Dankbare Momente.- Bei meiner erweiterten Ausbildung, lernte ich zwei mitstudierende Frauen kennen, wo sich ebenfalls eine Freundschaft entwickelte. Eine von ihnen lernte ich recht früh kennen und wir lernten viel zusammen. Dadurch lernten wir uns näher kennen und es bot sich eine Einheit in Denken und Handeln. Wir wollten uns zusammen was aufbauen, und sind immer noch füreinander da. Auf einem Seminar lernten wir dann weitere wertvolle Menschen kennen und zu einem Menschen gibt es auch eine wundervolle Verbindung, was man auch als Freundschaft versteht. Man vertraut sich Dinge an und genießt dort den Moment der Freundschaft. -Dankbar! –

Man mag sich fragen, sind das wirklich alles Freundschaften? Übertreibt sie da nicht? Nimmt sie das Wort Freundschaft nicht zu leicht? Ich kann euch beruhigen. Ich vergleiche Freundschaft nicht mit Bekanntschaft und ich kenne die Unterschiede sehr wohl. Nicht immer werde ich allen gerecht, wenn es darum geht sich regelmäßig zu treffen, aber eins weiß ich genau, dass ich mich auf all diese Freundschaften verlassen kann. Nicht eine einzige würde mich und meine Familie stehen lassen und ich nicht sie. Es kommt nicht darauf an, sich wöchentlich zu sehen, sondern im richtigen Moment da zu sein und Zeit zu haben, so wie bei meiner Sis. Ich verspüre große Dankbarkeit für diese Freundschaften und sie bereichern mein, dein und das Leben. Wenn man seinem Gegenüber mit Respekt begegnet, dann hat man das große Glück solche Freundschaften haben zu dürfen.

Wertvolle Momente

In meinem Urlaub habe ich mir zwei wunderbare Momente der Zeit gegönnt. Es gibt so viele Freundschaften, die irgendwie immer zu kurz kommen, aufgrund des Berufes und der täglichen Anforderungen. Manchmal hasse ich es, wenn mir die Zeit fehlt und der Tag so verstreicht. Einkaufen, Wäsche, Haushalt, „Taxifahrten“, und weiß nicht, was einem sonst noch so den Alltag verstreichen lässt. Manchmal vertrödel ich auch einfach nur die Zeit, weil es mir schwer fällt mich aufzuraffen und etwas in Angriff zu nehmen. Aber an zwei Tagen war ich voller Tatendrang, habe Dinge erledigt, die schon länger darauf warteten getan zu werden. Und dazu gehörte auch, mir die Zeit für zwei liebe Freundinnen zu nehmen. Selten schaffen wir es uns zu treffen, aber wenn wir es dann doch geschafft haben, dann sind das sehr wertvolle Momente für mich. Die eine Freundin kenne ich schon gute zwanzig Jahre. Unsere ältesten Kinder lagen zusammen im Krankenhaus und daraus entstand unsere Freundschaft. An dem Abend gingen wir gemeinsam ein Stück laufen und genossen anschließend bei einem leckeren Wein und gutem Essen die Zeit zusammen. Der Gesprächsstoff wollte nicht enden und ich fühlte mich irgendwo an einem anderen Ort mit unheimlich viel Wohlsein. Es tat mir so gut mit ihr die Zeit zu verbringen und sie einfach zu genießen. Es war so unbeschwert und ich bin unendlich dankbar dafür.

Genauso erging es mir am Folgetag. Eine ehemalige Kollegin ist für mich zu einer Freundin geworden. Auch wir schaffen es oft zeitlich nicht uns regelmäßig zu treffen. Spontan trafen wir uns zu einem Waldspaziergang, der mit viel bewegenden Themen bestückt war. Ihr zuzuhören, sich auszutauschen und vielleicht auch einen Ratschlag geben zu können, aber vor allem sie darin zu bestärken, dass sie sich selbst am Wichtigsten sein muss und sich nicht für Andere verbiegen muss, war schon wertvoll genug, um dieses Treffen als ein schönen Moment zu bewerten. Anschließend genehmigten wir uns noch eine ausgedehnte Kaffeezeit bei mir. Von einer Erzählung in die nächste, entwickelte sich die Idee uns noch einen Kinoabend mit dem Film: Dem Horizont so nah, zu gönnen. Auch dieser Tag war gefüllt mit so wichtigen und wertvollen Momenten für beide Seiten. Nichts davon möchte ich missen.

Jeder von uns weiß, das man sich diese Momente des Öfteren gönnen sollte. Und Jeder weiß, wo die guten Vorsätze hingehen. Ich bin darin Weltmeister, aber genau deswegen bedeuten mir diese Momente so viel. Dankbar für gute Freundschaften und diese Momente erleben zu dürfen, wünsche auch ich euch genau dieses.

Krebs hat mehrere Gesichter Teil 3

An dieser Stelle möchte ich mal etwas Werbung betreiben. Werbung für einen Verein, der sich für ( ehemalige) krebskranke Menschen und deren Angehörige einsetzt., denn auch das ist ein Gesicht. Ich möchte vorab dazu sagen, dass es sicherlich nicht der einzigste Verein ist, aber dieser liegt mir und vielen anderen ganz besonders am Herzen. Dieser Verein nennt sich Flügelbruch e.V. . Er wurde vor zwei Jahren in Hanau von Diana Witt gegründet. Sie möchte mit Erlebnissen, Wunscherfüllungen, gemeinsamen Ausflügen, finanzieller Unterstützung, Gruppentreffen, … den Flügellahmen unter die Flügel greifen. Wenn die Krankheit erst da ist, ist nichts mehr so wie es vorher war. Oft fällt man in ein tiefes Loch. Flügelbruch will helfen die gewonnene Zeit bzw die Zeit die noch bleibt mit besonderen Momenten zu füllen. Events, ein Fotoshooting, ein Wellnesstrip für die Seele, ein Friseurtermin, ein Kinoabend, etc… sollen für die Patienten und deren Angehörigen zu einem Erlebnis werden.

Was könnt ihr und ich tun?

-Mitglied werden bei Flügelbruch e.V. ( den Link dazu schreibe ich unten drunter) Der Mitgliedsbeitrag beträgt 24€ im Jahr – für Patienten sogar nur 12€ – verschenkt Gutscheine für besondere Events – spendet unter der Kontonummer, die ihr auf der Internetseite findet – seid kreativ und lasst euch was einfallen, womit ihr glaubt den Verein unterstützen zu können – erwerbt die tollen Armbänder, T-shirts, Hoodies oder Turnbeutel ( auch auf der Internetseite zu finden) – macht einen Spendenaufruf auf eurer eigenen Party

Ich bin wirklich niemand, der anderen etwas aufs Auge drücken möchte. Jeder soll selbst entscheiden wie und wo und ob er sich für gemeinnützige Vereine einsetzen möchte. Es gibt sicherlich viele Vereine oder Menschen, die Nächstenliebe in der Form betreiben. Und jeder von diesen Menschen hat das Recht, das dies gewürdigt wird. Habt herzlichen Dank all ihr guten Menschen da draußen. Ich tu dies für diesen Verein und möchte euch ermuntern es auch zu tun. Klickt euch ein unter fluegelbruch.de, schaut euch auf der Seite um und lasst euch inspirieren.

Krebs hat mehrere Gesichter Teil 2

1Woche später:

Inzwischen ereilte uns schon wieder aus dem Freundeskreis eine Nachricht, die mit Krebs zu tun hat. Es ist auch nich nicht lange her, dass seine Frau eine heftige Op im Gesicht hatte, weil ein Melanom bösartig war und nun muss auch er nochmal unters Messer um ein Melanom entfernen zu lassen. Es war Gott sei Dank rechtzeitig und hat nicht gestreut. Und im Moment gehen die Gedanken zu meinem Schwiegerpapa, bei dem es auch schon eine Op gegeben hat, wo es dankbarer weise positiv ausging. Aber Leute jetzt mal ernsthaft: ist das noch normal? Wo soll man mit all dieser Gefühlswelt denn hin? Wieder stehe ich vor der Familie und möchte Ihnen gar nicht sagen, dass es eine neue Diagnose gibt. Es ist zu viel des Guten. Und dennoch geht das Leben weiter. Mir begegnete vor kurzem ein Satz, den eine liebe Freundin von ihrem Psychonkologen bekommen hat: Du darfst Mitleid haben aber nicht mitleiden! Den Satz finde ich super und werde ihn mir hinter die Ohren schreiben. Aber einfach ist es nicht.

Für mich ist auch wichtig, nicht nur den Krebspatienten selber Unterstützung und Rückhalt zu geben. Sondern mir sind auch die Partner, Kinder und Eltern wichtig. Jeder einzelne von ihnen lebt in dieser Krankheit mit. Man kann den Schmerz, die Behandlungen und Gedanken des Patienten nicht abnehmen und das kann zermürben. Auch sie wenden Kraft auf um seinem Partner/in Mama/Papa beizustehen. Auch sie haben ihre Gedanken und Ängste. Und auch sie brauchen den Rückhalt und empathische Menschen um sich. Zuhören ist mit das Wichtigste, was man verschenken kann und somit Unterstützung bietet. Es müssen nicht immer Worte sein, die man als Antwort parat hat. Ein offenes Ohr und eine Handreichung sind soviel mehr wert! Nehmt euch die Zeit- wer weiß wie lange sie uns allen bleibt! Gebt acht auf euch und geht sorgsam mit euch um.

Krebs hat mehrere Gesichter Teil 1

Ich habe lange überlegt, ob ich über die gemeine Krankheit Krebs überhaupt schreiben möchte. Es gibt so viele Blogger, die aufgrund ihrer Krebserkrankung davon berichten und ihre Gefühle, Sorgen und Ängste, aber auch den Krankheitsverlauf niederschreiben. Warum sollte ich also auch davon schreiben, zumal ich selbst- Gott sei Dank- diesem Krebs nicht täglich die Kämpferfront bieten muss? Dennoch setze ich mich täglich mit dieser Krankheit auseinander. Jeden vedammten Tag!!! Mal kämpferisch, mal sentimental, mal empathisch. Wie ist das möglich? Meine Sis ( meine Follower wissen wovon ich rede) ist daran erkrankt, mein Daddy und eine enge Freundin ebenfalls. Und eigentlich hört man wöchentlich von irgendjemanden, der daran erkrankt ist. Auch ich folge dem ein oder anderen Blogger, die davon berichten. Schaut mal rein bei der lieben Mairose42.de oder bei der lieben Prinzessin_uffm_bersch.de oder bei weg_ins_leben_2.0.de, die sogar ein Buch geschrieben und veröffentlicht hat. „ Rock den Himmel mein Held“- ein sehr lesenswertes Buch, was schonungslos erzählt, was erlebt wurde. Das sind nur einige wenige Menschen, die sich tagtäglich damit auseinandersetzen müssen.

Ich aber möchte euch davon erzählen, wie ich damit umgehe und was in mir vorgeht. Als ich damals die Nachricht von meiner Sis erhielt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist, hatte man schon das Gefühl, dass es einem den Boden unter den Füßen wegzieht. Und das tut es eigentlich auch mit jeder neuen Diagnose, die negativ ausfällt. Dieses Hoffen und Bangen, dieses Wechselbad der Gefühle macht soviel mit einem, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Schließlich setze ich mich ja auch nicht alleine damit auseinander. Meine Familie trägt es genauso mit. Wie sage ich es diesmal meinem Mann und den Kindern? Es ist ja nicht so, als ob es das erste mal wäre, dass wir solche Nachrichten bekommen, von Menschen, die tief in unserem Herzen verwurzelt sind.

Ich bin ein überaus optimistisch denkender Mensch und glaube und hoffe immer und immer wieder, dass sich alles zum positiven wendet. Aber was bitte ist daran positiv, wenn man „nicht heilbar“ hört? Nichts, rein gar nichts! Und dennoch weiß ich, das meine Sis alles, verdammt nochmal alles daran setzt, diesen Prozess so weit wie möglich zu verschieben. Und ich versuche alles, aber wirklich alles zu tun, damit sie sich darin unterstützt fühlt. Ich höre ihr zu, wir lachen, weinen, reden, feiern und schweigen zusammen. Es ergibt sich von selbst, was gerade an Gefühlen seinen freien Lauf braucht und wie wir es gemeinsam handhaben. Dabei bedarf es keiner Worte. Wir wohnen einige 100km auseinander, aber die Termine für jede neue Untersuchung trage ich mit. Wenn sie nach Köln in die Klinik muss, versuche ich diese Termine mit wahrzunehmen. Es ist ca die halbe Strecke zwischen uns. Und all die anderen Termine trage ich gedanklich mit. Es gibt Tage , da kann ich da sehr gut mit umgehen. Manchmal ist es ein Gefühl, als ob da gar keine Emotionen sind, ich fühle so nichts, so leer, so als wenn da garnichts ist außer ein gewöhnlicher Termin. Als wenn es schon zum täglichen Ablauf dazu gehört. Dann gibt es Situationen, die mache ich mit tiefem Herzen, weil ich nicht weiß, wie oft kann ich sie noch mit ihr erleben. Wie einen Sog nehme ich es mit, wenn wir gemeinsam ein Konzert besuchen. Im Leben, wo diese Krankheit nicht mitspielen würde, gäb es mit Sicherheit das ein oder andere Mal, wo ich aus finanzieller Sicht absagen würde. Jetzt aber nicht, weil die Zeit eine gewichtige Rolle spielt und ich zu 100% weiß, dass ich ihr nichts abschlagen kann. Es ist ihr verdammtes Leben. Natürlich weiß ich auch nicht, ob ich morgen, übermorgen noch lebe, weil ein Idiot auf der Straße nicht aufpasst, aber das kann ich nicht planen. Aber uns die Zeit geben, die wir haben und erleben möchten, dass kann ich planen. Mit ihr einfach nur da sitzen und ihr zuhören, ihr die Hand zu reichen und den Rücken stärken, damit die Kraft nicht ausgeht, ist mit das Wichtigste, was ich ihr geben kann. Genauso wichtig wie das Lachen über irgendwelche alberne Dinge. Und wehe wir werden losgelassen. Jeder weiß, wie wir zwei Lachen können! Ich möchte die Hälfte Lache , die zu mir gehört nicht vermissen. Ich brauch sie, genauso wie ein anderer die Luft zum Atmen braucht. Und doch weiß ich, dass es vergänglich ist. Und dann kommt diese Wut manchmal in mir hoch. Nur manchmal, aber wenn sie kommt, dann macht sie mich machtlos!

Freundschaft

Heute ist Tag der Freundschaft und als wenn es nicht schon längst in meinem Kopf gewesen wäre, möchte ich gerne ein paar Gedanken dazu hier lassen.

Was ist Freundschaft für uns, für dich, für jeden einzelnen von uns? Gibt es die wahre Freundschaft? Die bedingungslose Freundschaft? Gibt es eine Freundschaft, die wirklich alles aushält? In der man sich auch Dinge sagen darf, die man eigentlich nicht hören möchte? Gibt es eine Freundschaft in der Eifersucht, Geld, Wohlstand und Aussehen zweitrangig sind?

Ich möchte diese ganzen Fragen mit JA beantworten! Und ich kann sie aus tiefster Überzeugung mit JA beantworten, weil ich genau das erfahre und zu „ meinem Eigen“ nennen darf. Wer meinen letzten Blog verfolgt hat, weiß das ich in meiner Schulzeit die Freundin meines Lebens kennenlernen durfte. Es war ein Verstehen von Beginn an. Ich kann die Details heute nicht mehr benennen, warum es von Anfang so passte. Es gab nicht diesen einen Auslöser. Es war einfach da. Nach unserer gemeinsamen Schulzeit behielten wir weiterhin Kontakt, aber mit großen Lücken dazwischen, was sich nach zwei Jahren mit einem Wiedersehen aber ändern sollte. Bis heute sind wir eins, in Gedanken und in unserem Handeln. Sehr oft oder in den meisten Fällen sind wir zu 100% einer Meinung und wenn wir es nicht sind, dann reden wir darüber oder dürfen dem Anderen auch den Kopf waschen. Niemand ist dem Gegenüber dann böse, im Gegenteil, eher dankbar. Wieviele Briefe haben wir uns geschrieben- zig. Wieviele Telefonate haben wir geführt, Tags wie Nachts haben zusammen geredet, gelacht, geweint- unzählig. Wir wohnen gute 300 km auseinander, aber die gegenseitige Besuche lassen sich nicht mehr zählen. Die Zahl 300 ignorieren wir. Es vergeht kein Tag an dem wir nicht an den anderen denken oder mal kurz eine Nachricht versenden. Wir spüren auf die Entfernung hin, wenn es dem Anderen nicht gut geht. Nicht zu unrecht geben wir uns die liebevolle Bezeichnung „Sis“ , stellvertretend für die Seelenverwandtschaft – – Eines der vielen Briefe –

Natürlich gibt es auch andere Freundschaften, die mir genauso tief im Herzen liegen. In den letzten zwei Jahren haben sich Menschen zusammen gefunden, die sich gegenseitig stützen und Halt geben, mit denen wir gerne ein, zwei Bierchen oder mehr trinken, heißt wir feiern gerne zusammen. Wir lieben die Geselligkeit und das familiäre Verhältnis. Ja, genau du liest richtig- familiär. Aus Freundschaft kann Familie werden, wenn man es nur möchte. Auch da darf man seinen Tränen freien Lauf lassen, auch da lachen wir von Herzen gerne, auch da lässt man mal alles stehen und liegen um vor Ort zu sein und vor allen Dingen lassen wir den Anderen so wie er ist. Wir sind eine freundschaftliche, familiäre Gruppe von 10 Personen. Das klingt für den einen oder anderen vielleicht unglaublich, das man mit so vielen Menschen immer wieder die tiefe Freundschaft fühlt, aber es ist machbar, wenn es von Herzen kommt.

– ein äußeres Symbol unserer 10er Freundschaft-

In meinem Leben gab es auch Freundschaften, die sich hinterher nicht als Freundschaft herausstellten. Das tat weh, aber im Nachhinein weiß ich, das man genau diese Erfahrungen sammeln musste, um zu lernen, was mir an einer Freundschaft wichtig ist. Dafür bin ich genauso dankbar wie für die Freundschaften, die jeder wohl hat- die gute Freundin mit der man einen Kaffee trinken geht, mal shoppen geht, sich zum Geburtstag einlädt, usw. Auch diese Freundinnen sind mir sehr wichtig und sind Bestandteil meines Lebens. Im Laufe der Jahre haben sich Freundschaften heraus kristallisiert, die ich schon sehr lange hege und pflege. Man spricht nicht jeden Tag miteinander aber man weiß wo die Freundin zu finden ist. Man kann sich austauschen über Kindersorgen, berufliches und eben über Gott und die Welt. Auch von diesen Freundschaften möchte ich behaupten, dass wir uns nicht im Regen stehen lassen würde und wir auch immer ein offenes Ohr füreinander haben. Es gab schon so manche Situationen und Stationen in meinem Leben, wo ich nicht gewusst hätte, was ich ohne diese Freunde gemacht hätte. Dafür bin ich sehr dankbar und schätze es sehr. Meine Kinder besitzen alle den einen Freund oder die eine Freundin aus dem Kindergarten oder der Grundschulzeit. Das ist so wichtig und wertvoll und ich wünsche es ihnen von ganzem Herzen, das diese Freundschaften bestehen bleiben.

Wie erhalte und pflege ich nun diese Freundschaften? Ganz wichtig finde ich in erster Linie, das man den anderen sein lässt wie er ist. Erst wenn ich erkannt habe, das Aussehen und Wohlstand nur äußerliche Faktoren eines Menschen sind, kann ich mich an den nächsten Schritt wagen. Begegne deiner Freundschaft mit Respekt. Der für mich zweite ganz wichtige Faktor ist, sich mit großer Empathie zu begegnen. Vorurteile oder vorschnelle Einschätzungen des Gegenüber sind da völlig fehl am Platz. Ich sage immer, dass es einen Grund dafür gibt, warum man so oder so handelt. Hör zu, was dein Gegenüber dir zu sagen hat. Und mit >>Hör zu<<, meine ich zuhören. Richtiges zuhören ist heute nicht mehr so einfach. Man lässt sich so wahnsinnig schnell ablenken. Zuhören heißt, nicht dazwischen reden, sondern nachfragen ob man es richtig verstanden hat, sich in die Situation des anderen reinversetzen! Hinter den Worten des Gegenüber nicht etwas rein interpretieren, was nicht da ist, sondern nachfragen: höre ich daraus, dass ….. ! Man muss nicht auf alles eine Antwort oder einen Rat haben.

Die Zeit ist auch ein Problem unserer heutigen Gesellschaft. Leider gehöre ich auch zu den Menschen, die davon immer sehr wenig hat. Nimm dir Zeit für deine Freundschaft um shoppen zu gehen, Kaffee zu trinken, ein gemeinsames Hobby zu erleben, oder was auch immer. Nichts und niemand wird uns die Zeit zurück geben. Was gewesen ist, war gestern, vorgestern, letzten Monat oder noch weiter zurück. Nichts und niemand holt sie uns zurück.

Bedingungslos hinter der Freundschaft zu stehen ist der größte Schatz für deine Freundin oder deinem Freund! Oft werden Freundschaften auf die Probe gestellt durch Schicksalsschläge. Da kristallisiert sich dann heraus, was eine wahre, bedingungslose, respektvolle Freundschaft ist. Wenn ihr so etwas in Eurem Leben besitzt, umfasst es nicht nur mit beiden Händen, sondern behütet es wie einen wahren Schatz. Es ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Jedem Menschen auf diesem Erdball wünsche ich mindestens eine dieser wahren Freundschaften.

Habt euch lieb, respektiert euch, hört euch zu und genießt die Zeit❣️