Mein Platz

Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir ……

Wer kennt es nicht, ein Spiel, um noch unbekannte Namen zu lernen oder in neuen Gruppen eine erste Auflockerung zu erreichen. Meist wünscht man sich ein schon bekanntes Gesicht oder einen guten Freund herbei. Man sucht sich ein Gesicht aus, das einem sympathisch erscheint. Jemanden mit dem man sich evt identifizieren kann oder man das Gefühl hat, dass es einfach nur passt.

Wen wünsche ich mir nun herbei? Mein rechter Platz ist schon belegt, mit genau jenen Gesichtern und Menschen, die ich für nichts auf der Welt austauschen möchte. Dazu gehört natürlich mein Mann und meine Kinder, an erster Stelle. Aber auch meine Geschwister, engste Freunde, die zur Familie gehören oder sich zu einer Familie entwickelten. Ebenso gehört natürlich meine Sis mit allen Familienmitgliedern dazu, weil es meine Familie ist! Und somit ist nicht nur der rechte Platz eigentlich ein Sofa, sondern wenn man sich den Stuhlkreis bei dem Spiel vorstellt, ist dieser auch gut gefüllt.

Einige Plätze sind noch frei. Dort darf jeder Platz nehmen, der sich bei mir in meiner Nähe wohl fühlt. Manchmal wechseln die Plätze ihre Besitzer. Menschen kommen und gehen, das ist der Lauf der Zeit. Manche davon vergisst man dennoch nie, denn sie gehören zu deinem und meinem Stuhlkreis dazu.

Ich stelle mich nun in den Stuhlkreis hinein, um eine andere Sichtweise zu bekommen. In meinem Blickfeld stehen die leere Stühle. Es gibt Personen, die dort Platz nehmen könnten und in gewisser Weise sitzen sie da auch schon eine Weile. Nur ich fühle es nicht. Ich weiß nicht, wo mein Platz in ihrer Gegenwart ist und das macht mich unsicher. Ich habe gerne klare Verhältnisse. Immer dann, wenn ich versuche genau jene zu klären, zwängt sich eine neue Thematik oder ein Störfaktor in diese Sttuhlreihe. und wenn ich nicht genau wüsste, dass während ich da so stehe und meinen Platz suche, es Menschen gibt, die mir den Rücken stärken und rechts und links neben mir sind, würde ich mir arg verloren vorkommen. Meine Haltung wäre eingeschüchtert und unsicher. Warum ist es so schwer, in einem relativ großen geschützten Stuhlkreis, seine Haltung zu bewahren. Ich kann diesen halbleeren Stühlen nicht zeigen, wie sie mich verunsichern und ziehe mich zurück. Zurück in den Kreis, der mich auffängt und mir Halt gibt.

Auf der Suche nach meinem Platz in diesem meinem Leben, und in dem Leben der Anderen, ziehe ich mich auf meinen Sitzplatz zurück. Ich betrachte die Menschen wieder im Gegenüber und sehe, dass ich da einen / meinen Platz habe. Das macht mich glücklich, zufrieden und auch dankbar. Wenngleich die leeren, verunsicherten Stühle nicht ganz aus meinem Blickwinkel verschwinden, weiß ich doch, dass ich nicht alle Menschen zufriedenstellen kann. Auch wenn ich es mir noch sehr wünsche.

Ich bin der Platz in meinem Leben

Mein Platz in meinem Leben, ganz gleich, ob privat oder beruflich, ob familiär oder freundschaftlich, ob in der Gesellschaft oder für mich ganz alleine, hat eine Daseinsberechtigung. Und mit diesem Gedanken nehme ich gerne in meinem Stuhlkreis meinen Platz wieder ein.

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