Das ist er nun, der 1. Advent

Ein ganzes Jahr freut sich der Großteil der Menschen auf die Advent- und Weihnachtszeit, mich mit eingeschlossen. Zu keiner Jahreszeit wird soviel Geld für Dekorationen ausgegeben und sich trotz der Fülle, die schon in Kartons auf dem Dachboden oder Keller gelagert sind, immer wieder ein Teil dazu gekauft, wie zu Advent und Weihnachten. Die schönen Lichter erstrahlen die dunkle Jahreszeit und machen das Gemüt wieder wärmer und heimisch nach dem oft so tristen November. Man freut sich auf zu Hause, auf die Gemütlichkeit . Kinderaugen erstrahlen und sie sind gespannt auf jedes neue Türchen, was jeden Tag geöffnet wird um die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen und die Spannung noch spannender werden lässt. Endlich dürfen die längst gebackenen Plätzchen vertilgt werden und der Nikolaus holt hoffentlich nicht die Rute heraus. Nichts von all dem möchte ich missen . Es gehört zu dieser besonderen Zeit einfach dazu. Sowohl für Kinder als auch für uns Erwachsene.

Aber ist das wirklich alles, was die Advent- und Weihnachtszeit ausmacht? Es gibt eine nette Geschichte, in der die Mutter ihre Familie auffordert, das sich nach der Bescherung alle an einen Tisch setzen und sich jeder noch einen Wunsch überlegt, den er sich von der Familie wünscht. Sie wollte damit erreichen, dass nach der Bescherung nicht gleich alle wieder auseinanderlaufen. Die Tochter wünschte sich, dass es mehr vegetarisches Essen gibt. Sie kann das Tierleid nicht mehr ertragen. Die Eltern kämen immer mit Billigfleisch heim, aber sähen nicht das diese Tiere qualvoll leiden müssten. Die Einsicht war schnell da und man nahm sich vor, vielleicht nicht mehr jeden Tag Fleisch zu kochen und den Biohof aus der Nähe als Einkaufsziel zu nutzen auch wenn die Eltern es als Bioverarsche abtaten. Aber der Gedankengang der Tochter zeigte, dass sie gutes Herz hatte. Der Vater wünschte sich, dass die Familie wenigstens einmal am Wochenende zusammen frühstückte, gerne auch als Brunch mit vegetarischen Aufstrichen. Er erstellte einen Familien-Brunch- WhattsApp-Gruppe, damit es halbwegs funktionieren könnte und legte fest, dass 11:00 Uhr doch eine gute Zeit für alle wäre. Der Sohn, eingestuft als typischer Wohlstandsjunge, lässig, frech und ein passabler Schüler, wünschte sich, dass sein Freund Leon eine Zeit bei ihm hausen könnte. Der Vater von Leon war Alkoholiker, die Mutter hilflos, ständig gab es Streitereien und Gleichgültigkeit dem Kind gegenüber. Leon war schon seid Kindergartenalter mehr bei Ihnen zu Hause als bei sich. Der Sohn würde sogar sein Zimmer für ihn räumen. Leon sollte dann auch mit in die WhattsApp-Gruppe um am Brunch teilnehmen zu können. Selbst die Schwester freute sich darüber, weil sie den Freund schon immer mochte. Die Mutter war überaus glücklich, dass sie es tatsächlich geschafft hatte, dass alle gemeinsam am Tisch blieben und jeder sein Anliegen ausgesprochen hatte. Für sie war es ein gelungener Weihnachtsabend. Und weil es so schön gemütlich war, spielten sie noch eine Runde Mensch-ärgere- Dich-nicht. Sie wussten nicht, ob sie alle Wünsche umsetzen konnten, aber sie hatten sich großartige Gedanken gemacht und sie hatten viel Zeit miteinander verbracht.

Und genau das gehört für mich zur Advent- und Weihnachtszeit genauso mit dazu, wie all die Dinge, die ich zu Beginn nannte. Zeit zu haben. Hektik mal hinten anstellen. Warum entsteht gerade in dieser doch so gemütlichen Zeit diese Hektik? Weil wir für jeden das richtige Geschenk haben möchten? Weil wir die liebe Freundin und den netten Nachbarn auch was tolles schenken wollen? Weil wir zu der Weihnachtsfeier vom Sportverein, der Schule, des Betriebs und des Dorfes gehen wollen? Alles ist schön, solange es aus dem Herzen kommt und mit Liebe gemacht wird und eben nicht in Hektik endet. Die Zeit für uns, für unsere persönlichen Wünsche- wo bleibt sie? Die Zeit für ein nettes Gespräch und ein offenes Ohr mit und für dein Kind, den Eltern, den Geschwistern, den Freunden und dem Nachbar- sind sie nicht soviel mehr wert als jedes Geschenk? Natürlich wird jetzt mancher Kritiker sagen: sollte man das nicht das ganze Jahr tun und nicht nur zu dieser besonderen Zeit? Ja , das ist richtig!! Aber ich weiß auch, wieviel man sich vornimmt und in unserer hektischen Zeit untergeht. Den Stress in der Adventszeit machen wir uns selbst. Und das ist nicht der Sinn von Advent und Weihnachten. In dem Wort Adventszeit steckt das Wörtchen *Zeit*!Von Herzen wünsche euch, dass ihr die Adventszeit nutzt, um nicht dem Konsum nachzugehen, sondern euch Zeit schenkt und auf eure Wünsche achtet, die nicht von Konsum behaftet sind. Schaut nach rechts und links und über den Tellerrand hinaus, wem man ein wenig Zeit schenken kann. Das ist soviel mehr wert und macht noch dazu glücklich.

4 Kommentare zu „Das ist er nun, der 1. Advent

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