Wenn Arbeit Spaß macht- oder Arbeiten sollte Spaß machen

Wir gehen jeden Tag unsere 8-10 Std arbeiten. Mancher mehr, Andere weniger, aber im allgemeinen verbringen wir den Großteil unseres Lebens an unserem Arbeitsplatz. Mancher in seinem Traumberuf, manche arbeiten um einfach Geld zu haben und nicht abhängig zu sein von Vater Staat.

Nicht jeder von uns kann sagen, dass man arbeiten geht und dabei rundum zufrieden ist. Wir haben in unserer Familie schon alles durch. Ich selbst habe einen Beruf erlernt, den ich quasi von meiner Mutter vorgesagt bekommen habe. Damals hat man sich um die Berufsvielfalt nicht so viele Gedanken gemacht. Friseur, Verkauf, Krankenschwester, Hauswirtschaft oder Hotel- und Gaststättengewerbe waren für Frauen so die gängigsten Berufe. Heute käme für mich davon nicht mehr viel bis gar nichts in Frage, denn ich habe meinen Weg als Integrationskraft gefunden. Es macht mir Spaß und ich stehe dabei voll im Beruf drin. Immer wieder neue Ideen mit einzubringen und die Menschen auf einen guten Weg zu begleiten, macht mir mehr als nur Freude. Als ich anfing als Integrationskraft zu arbeiten, hatte ich einen relativ guten aber schweren Start. Das ging so weit, dass ich hinterher krank wurde, aber nicht weil es nicht mein Beruf war, sondern weil die Rahmenbedingungen meiner Firma mich krank machten. Ich ging damit überhaupt nicht konform. Einige Zeit habe ich versucht, meinen Standpunkt, der nicht nur meiner alleine war, klar zu machen. Leider war der Chefin ihr Ding wichtiger und es war hinterher unerträglich- ja es grenzte schon an Mobbing. Ich war bereit eine Arbeitslosensperre hinzunehmen und selbst zu kündigen. Es gab dann andere Möglichkeiten aus der Firma raus zu kommen und sehr schnell in einem neuem Unternehmen Fuß zu fassen. Wenn die Seele krank wird, das Arbeitsklima nicht stimmt, das Aufstehen schwer fällt, die Launen unerträglich werden, dann fragt man sich wofür man das alles macht. Und dann macht Arbeiten keinen Spaß mehr. Mein Mann hat einige Stellen gewechselt. Auch dort stimmten oft die Rahmenbedingungen nicht mehr. Anfangs war alles okay und nach einer gewissen Zeit spielte sich der Alltag ein. In den meisten Fällen fehlte die Wertschätzung. Mein Mann ist ein echtes Malochertier. Wenn alles passt, kann er Leistungen erbringen, ohne den Beruf jemals in einer Ausbildung erlernt zu haben. Dann fragt er nicht nach einer halben Std länger und ist wissbegierig, Neues dazu zu lernen. Man findet heute nicht mehr viele Menschen, die so arbeiten können. Bei solchem Einsatz muss dann auch mal ein Lob bzw eine Wertschätzung da sein. Genau dieses erfährt er gerade. Lange habe ich meinen Mann nicht mehr so ausgeglichen und von einer inneren gute Laune gesehen, wie es gerade der Fall ist.

Meinen Kindern habe ich selbst die Wahl gelassen, was sie lernen möchten. In den Schulen gibt es heute gute Vorbereitungen und Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich eines möglichen Berufsfeldes. Ich war nicht immer konform, mit dem was meine Kinder sich raussuchten, aber sie mussten ihre Erfahrungen machen. Bis heute ist nicht jede Erfahrung davon wünschenswert. Aber es ist so wie es ist. Ich hatte es im Gefühl, als mein Kind sich für die Ausbildung zum Gartenlandschaftsgärtner entschied, dass es nicht sein Beruf sein wird. Aber ich konnte nichts dagegen tun. Er wollte es und es schien für ihn sein Weg zu sein. Kurz vor der Zwischenprüfung, kam dann alles ins Rollen. Trotz mehrerer Gespräche mit dem Chef, war es dann passiert: Abbruch der Ausbildung. Und nicht das dies alles war. Es folgte ganz viel Pech mit neuen Azubistellen und den dazugehörigen Vorstellungsgesprächen. Oft haben wir uns anhören müssen, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn er die erste Ausbildung zu Ende gemacht hätte. Ganz ehrlich: was hätte er davon gehabt? Richtig, evt eine abgeschlossene Ausbildung. Ehrlich jetzt? Vorausgesetzt er hätte die Prüfung überhaupt geschafft, was macht er mit einer abgeschlossenen Ausbildung in einem Beruf wo er nie mehr arbeiten gehen wird? Grundsätzlich kann man da geteilter Meinung sein und ich möchte es auch nicht bis ins Detail ausdiskutieren. Fakt ist, das Kind war nicht glücklich. Gut, auch heute steht er beruflich nicht da, wo er gerne hin möchte- der Weg ist steil und steinig. Sehr steil und sehr steinig. Von Herzen wünschen wir unserem Kind, dass es bald angekommen ist, wo es glücklich ist. Uns bleibt nur, ihm den Rücken zu stärken.

Mit Arbeit verdienen wir uns unser tägliches Brot, ermöglichen uns das Leben in dem uns gegebenen Rahmen und evt auch den ein oder anderen Luxus. Ist es da zuviel verlangt, das man sich wohl fühlt auf der Arbeit? Ist es zuviel verlangt für gute Arbeit eine angemessene Wertschätzung zu erhalten? Ich finde nicht. Arbeit soll Spaß machen. Jeder hat diesen einen Tag, an dem man sich lieber im Bett nochmal umdrehen möchte, oder gerne einen Tag frei hätte und die Lust einfach irgendwo gerade liegen geblieben ist. Aber im Grunde sollte man gerne zur Arbeit gehen. Jeder sollte für sich abschätzen, was und wieviel er leisten kann. Mir ist auch bewusst, das die Realität heute ganz anders aussieht und nicht alles passt. Mobbing am Arbeitsplatz, unwürdiges Umgehen mit Angestellten und nicht angemessene Zahlungen für gut erbrachte Leistungen, lassen den Spaß am Arbeiten ganz sicher auf der Strecke.

Ich wünsche jedem von Euch, dass ihr den Spaß an der Arbeit nicht verliert, die Rahmenbedingungen stimmen und ihr ein wenig Erfüllung in eurem Beruf findet.

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